Erfolgreiche Typisierungsaktion und Interview mit GZSZ-Star Chryssanthi Kavazi

Am 28.07.2019 fand in der Potsdamer Metropolis-Halle eine Typisierungsaktion statt, die von RTL, dem Filmpark Babelsberg, UFA Serial Drama und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) organisiert wurde. Anlass war, dass die Protagonistin Laura aus der Fernsehserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ) an Aplastischer Anämie erkrankte.

Schon als wir ankamen, um unseren Infostand aufzubauen, warteten mehr als 200 Fans draußen vor dem Eingang. Innen wurden freiwillige Helfer geschult und die letzten organisatorischen Vorbereitungen getroffen. Viele der Freiwilligen kamen aus dem GZSZ-Umfeld, z.B. Angehörige von Schauspielern. Um 12 Uhr ging es los. Ein Teil des Filmteams trat nach draußen auf eine kleine Bühne und zwei der Protagonisten sprachen die Fans direkt an, wie wichtig es ist, aber auch wie einfach es sein kann, Menschen mit Aplastischer Anämie und Blutkrebs zu helfen. Dann begann die Typisierungsaktion. In kleinen Gruppen wurden die potenziellen Spender in die Halle gelassen, wo ihre Daten erfasst wurden. Mit einem Wattestäbchen wurde aus der Mundschleimhaut eine Probe genommen, die später im Labor typisiert wird. Danach standen einige der Schauspieler bereit, um den Autogramm- und Selfiewünschen der Fans gut gelaunt und mit unermüdlicher Ausdauer nachzukommen.

Großer Andrang in der Typisierungshalle

Großer Andrang in der Typisierungshalle

 

Bereits im Vorwege hatten sich über 4.600 potenzielle Spender online registrieren lassen. Bei der Typisierungsaktion sind 484 weitere erfasst worden, sodass über 5.000 neue mögliche Knochenmark- bzw. Stammzellspender in die Datenbank aufgenommen werden konnten.

Endstand der Typisierungsaktion in Potsdam am 28.07.2019

Endstand

 

Treffen vor unserem Infostand
v.l.n.r. Rainer Göbel, Chryssanthi Kavazi, Ulrike Göbel, Claudia Lampe, Matthias Jahn

 

Wir konnten interessierten Teilnehmern Fragen beantworten und Informationsmaterial mitgeben. Zudem haben wir viele interessante Gespräche geführt und Kontakte geknüpft. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, uns mit Chryssanti Kavazi zu unterhalten, die die erkrankte Laura spielt, und mit ihr ein kurzes Interview zu führen.

AA&PNHeV: Wie kam es dazu, dass die Krankheit Aplastische Anämie in der Serie GZSZ aufgetaucht ist?
Chryssanthi: GZSZ greift immer wieder sozialrelevante Themen wie „Bulimie“ oder „Me too“ auf. Hier wollten die Autoren von GZSZ mit der DKMS zusammenarbeiten und eine Krankheit bekannter machen, gegen die man etwas tun kann, z.B. sich registrieren lassen und mit wenig Aufwand eventuell jemandem das Leben retten kann. Das war uns sehr wichtig. So sind wir auf die Aplastische Anämie gekommen, die sehr, sehr selten ist. Unser Anliegen ist, dass die Leute wissen, was Aplastische Anämie ist und was man dagegen tun kann.

AA&PNHeV: Wie hast du dich auf diese Rolle vorbereitet, auf diese Situation, eine Krankheit zu haben, die extrem belastend ist?
Chryssanthi: Ich habe versucht, mich reinzulesen. Man versteht am Anfang nicht viel davon. Und ich habe mich mit einem ganz tollen Jungen getroffen, der Leukämie hatte, und kam so ein bisschen in die Geschichte rein. Außerdem habe ich ein Coaching genommen und Filme gesehen. Das war alles sehr, sehr nervenaufreibend, es war eine harte und sehr traurige Zeit. Aber ich bin froh, dass die Resonanz so groß ist, dass die Leute sich registrieren lassen. Es trägt alles Früchte und das ist toll.

AAPNHeV: Was hat das Thema einer lebensbedrohlichen Erkrankung mit dir gemacht?
Chryssanthi: Total viel, ich habe lange und sehr, sehr traurige Drehtage gehabt, es war echt hart. Ich bin eh schon ein Mensch, der sehr viel Wert auf seine Gesundheit legt und der dankbar ist dafür, dass er gesund ist. Und abends bin ich nach Hause gekommen und sehr schwer aus diesem Loch, in dem ich als Laura steckte, herausgekommen. Ich habe mir aber immer gesagt: Es gibt wirklich Menschen, die daran erkranken. Wie geht es denen eigentlich? Dann habe ich gedacht: Wir helfen diesen Menschen, und das ist gut und freut mich einfach.

AAPNHeV: Vielen Dank und alles Gute!