Funktion des Knochenmarks

 
 
Funktion des Knochenmarks

Knochenmark-Stammzellen und ihre Umgebung

Funktionsstörungen des Knochenmarks (Knochenmarkinsuffizienz)
 
 

Funktion des Knochenmarks

Im Inneren der flachen Knochen befindet sich das Knochenmark, in dem sämtliche Blutzellen hergestellt werden. Man unterscheidet die drei Zellreihen rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten).

  • Die roten Blutkörperchen enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin, der ihnen ihre charakteristische rote Farbe verleiht. Das Hämoglobin ist wichtig für den Transport von Sauerstoff aus den Lungen in das Körpergewebe (peripheres Gewebe) und für den Rücktransport von Kohlendioxid von der Peripherie zu den Lungen.
  • Die weißen Blutkörperchen dienen der Immunabwehr und schützen den Körper vor Infektionen, z.B. durch Viren, Bakterien, Pilze. Sie lassen sich in Granulozyten und Lymphozyten
  • Die Blutplättchen sind wichtig für die Blutstillung.

 
Das Knochenmark produziert ständig neue Blutzellen, die nach einem Reifeprozess ins Blut gelangen (siehe Abbildung 1). Sie haben nur eine begrenzte Lebensdauer: Bei Erythrozyten beträgt die Lebensdauer ca. 4 Monate, bei Leukozyten nur wenige Stunden und bei Thrombozyten einige Tage.

Schematische Darstellung der Blutbildung

Schematische Darstellung der Blutbildung (vereinfacht)

Normalerweise werden durch Regelungsmechanismen so viele neue Blutkörperchen produziert, wie der Körper benötigt. So kann die Produktion der roten Zellen gesteigert werden, wenn ihre Zahl beispielsweise durch eine Blutarmut (Anämie) oder eine Blutung vermindert ist. Hat der Körper eine Infektion zu bekämpfen, produziert das Knochenmark vermehrt weiße Blutkörperchen.
 

Knochenmark-Stammzellen und ihre Umgebung

Das Knochenmark enthält eine sehr kleine Anzahl von Blutstammzellen, aus denen sich neue Blutzellen bilden. Es werden nicht nur voll ausgereifte Zellen, sondern auch immer wieder neue Stammzellen produziert, um diesen ständigen Zyklus der Neubildung aufrechtzuerhalten.

Wenn die Stammzelle keinen Schaden hat und die Umgebung der Stammzelle, die sogenannte Stammzellnische, intakt ist, kann eine normale Produktion gesunder Blut- und Stammzellen stattfinden. Ist auch nur eine der beiden Komponenten fehlerhaft, führt dies zu einer Störung der Zellproduktion bis hin zum kompletten Knochenmarkversagen.
 

Funktionsstörungen des Knochenmarks (Knochenmarkinsuffizienz)

Wenn die Zellproduktion im Knochenmark gestört ist, kann keine ausreichende Anzahl an Blutzellen gebildet werden (Knochenmarkhypoplasie). Je nachdem, ob die Bildung von Erythrozyten, Leukozyten oder Thrombozyten gestört ist, treten Symptome wie Blässe, Infektneigung oder Blutungen auf.  Ist die Bildung aller drei Zellreihen gestört (Panzytopenie), spricht man von einem Knochenmarkversagen (Knochenmarkaplasie).