Pathophysiologie
Literatur
 
Pathophysiologie
 
 

Abgesehen von anekdotischen Fällen gibt es keinen Hinweis auf einen Defekt des Knochenmarkstromas als Ursache der Erkrankung. Der hämopoetische Defekt bei der aplastischen Anämie kann auf verschiedenen Ebenen der hämopoetischen Progenitorzellen, einschließlich der primitiven, pluripotenten Progenitorzellen nachgewiesen werden.

Stammzelldefekt bei aplastischer Anämie:

Reduktion der CD34+ -Zellen und der CD34+ -Subpopulationen

Reduktion der determinierten Progenitorzellen

Reduktion der Knochenmarklangzeitkultur-initiierenden Zellen (= primitive, pluripotente Progenitorzellen)

Persistierende Reduktion hämopoietischer Progenitorzellen in Remission der Erkrankung nach immunsuppressiver Therapie

 

Viele Befunde sprechen für eine immunvermittelte Suppression der Hämopoese.

Immun-vermittelte Suppression der Hämopoese bei aplastischer Anämie:

T-Lymphozyten-Aktivierung

erhöhte Serumspiegel des löslichen IL-2-Rezeptors.

erhöhter Anteil aktivierter CD8-positiver T-Lymphozyten und NK-Zellen im Knochenmark.

erhöhte Interferon-gamma Spiegel im Serum.

spontane Interferon-gamma- mRNA-Expression im Knochenmark.

Überproduktion von Interferon-gamma und Tumornekrose-Faktor durch T-Zellen.

 

Assoziation der Erkrankung mit HLA-Antigenen

Erhöhte HLA-DR2-Häufigkeit bei Patienten mit aplastischer Anämie.

Assoziation der aplastischen Anämie nach Hepatitis mit HLA-B8.

Ansprechen auf immunsuppressive Therapie mit Ciclosporin ist assoziert mit bestimmtem HLA-Klasse-II-Haplotyp (DRB1*1501-DQA1*0102-DQB1*0602).

 

Direkte Inhibition der Hämopoese in-vitro durch klonierte T-Lymphozyten von Patienten mit aplastischer Anämie (allerdings nur wenige Fälle).